Guten Tag, Herr Kiwitt,

es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen nochmals meine Begeisterung bezüglich des Prozessergebnisses und Ihrer zum Erfolg führenden Berufungsbegründung auf diesem Weg zukommen zulassen.

Vielen Dank, ich staune noch immer voller Freude.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auswahl an Prozesserfolgen




Lebertransplantation nach grobem Behandlungsfehler

Landgericht Düsseldorf, 3 O 369/07, Urteil vom 15.01.2015:
 
Die damals 30-jährige Patientin litt unter einer Muskelvenenthrombose und begab sich bei dem Beklagten, einem Facharzt, in ärztliche Behandlung. Dieser nahm über einen Zeitraum von über zwölf Monaten eine Marcumar-Therapie vor. Marcumar darf höchstens sechs Monate lang verabreicht werden. Die Klägerin musste sich infolgedessen einer Lebertransplantation unterziehen. Der gerichtliche Sachverständige stellte einen groben Behandlungsfehler fest. Er führte aus, dass die erhöhten Leberwerte der Klägerin ein Alarmsignal gewesen war und die Marcumar-Therapie unverzüglich hätte abgebrochen werden müssen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den Arzt nunmehr nach einem über siebenjährigen Rechtsstreit zu einem Schmerzensgeld von 40.000 Euro, sowie zum Ersatz sämtlicher Kosten der Vergangenheit und Zukunft, die auf dem ärztlichen Behandlungsfehler resultieren. Dieses Urteil ist für die Patientin erfreulich und zeigt, dass sich Ausdauer lohnt. Das Landgericht Düsseldorf hat sich sehr viel Zeit genommen. Die schon im Jahre 2007 anhängig gemachte Klage wurde am 15.01.2015 für die Klägerin endlich positiv entschieden.  

 

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Eine Auswahl weiterer Prozesserfolge der Kanzlei Medi:res:

 

Verbliebene Peanklemme in der Bauchdecke nach Bauch-OP/Aufklärungspflichtverletzung

Landgericht Hildesheim, 4 O 113/12, Urteil vom 14.09.2015 / OLG Celle, 1 U 66/15:
 
Die 49-jährige Patientin unterzog sich in dem beklagten Krankenhaus u.a. einer abdominalen Uterusextirpation. Nach der Operation verblieb eine 16 cm lange Planklemme in der Bauchdecke, welche sodann durch ein anderes Krankenhaus operativ nach einem knappen Jahr erst entfernt werden konnte. Darüber hinaus stellte der gerichtliche Sachverständige grobe Fehler bei der Operation auch im weiteren fest. Er stellte erhebliche Mängel bei der Operationstechnik fest. Darüber hinaus werden Dokumentationspflichtverletzungen attestiert. Die Operateure hätten in dem Operationsbericht u.a. die Operationstechnik sowie die Schnittführung um den Bauchnabel und das Einnähen eines neuen Nabels erwähnen müssen, genauso wie das Einlegen von Wunddrainagen sowie die Verwendung von Hautklammern. Die Angabe von "Narbenkorrekturen" anstelle der genauen Operationstechnik sei keineswegs ausreichend gewesen. Die Beklagte konnte ferner keine Aufklärung über die Bauchdeckenplastik-Operation vorgenommen bzw. diese prozessual nicht beweisen können. Bei der Operation handelte es sich um eine langwierige und komplikationsträchtige Operation, bei der angesichts der erforderlichen Mobilisation der Haut große Wundflächen entstünden, stellte der Sachverständige fest. Es bestand nur eine relative OP-Indikation. Damit liegt nach Auffassung des Gerichts mangels Aufklärung eine rechtswidrige Operation vor, die bereits auch schon ungeachtet der verbliebenen Peanklemme im Bauch und weiterer Fehler bei der Operation schadenersatzauslösend ist. Die Beklagte ging gegen das Urteil des Landgerichts Hildesheim in Berufung. Im Berufungsverfahren schlug der 1. Zivilsenat des Oberlandesgericht Celle eine Gesamtabfindung vor, nach der der Klägerin insgesamt über 33.000 Euro gezahlt werden sollen, so dass es zu einem Vergleichsschluss zwischen den Parteien kam. 
 
 
Anmerkung von Rechtsanwalt Tobias Kiwitt: 
 
Patienten brauchen mitunter selbst bei klaren Haftungsfällen von Krankenhäusern einen langen Atem. Die gegnerische Haftpflichtversicherung hatte aufgrund des Verbleibens der Peanklemme vorprozessual nur 5.000 Euro angewiesen. Verzögert wurde das Verfahren ferner durch eine Erkrankung einer Richterin, wodurch die Urteilsabfassung sich über ein halbes Jahr zusätzlich in die Länge zog. Schlussendlich hat sich die Geduld der Klägerin sich jedoch ausgezahlt. Der Patientin wurde ein Schmerzensgeld von 22.000 Euro zugesprochen, zuzüglich Ersatz sämtlicher materieller Schäden der Vergangenheit und Zukunft. Im Rahmen der Verhandlungen vor dem Oberlandesgericht Celle konnte ein Gesamtabfindungsvergleich in Höhe von 33.000 Euro erreicht werden.

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Fehlende Aufklärung über offene Schulteroperation (Impingement-Syndrom)– rechtswidrige Operation / Schadenszurechnungszusammenhang bei ungeklärter Passivlegitimation zwischen zwei Kliniken

OLG Celle, 11 U 219/15 (Vorinstanz: Landgericht Lüneburg, 2 O 201/14) – 40.000 Euro

Nachdem die Klägerin nach konservativer Behandlung von Schultereckgelenk-Problemen erfolglos hat konservativ behandeln lassen, suchte sie eine Klinik und wurde dort operativ behandelt. Gegenüber dieser Klinik war zu konstatieren, dass nach der Operation eine zu große Lücke im Schultereckgelenk verblieben ist, was bereits Gegenstand eines arzthaftungsrechtlichen Vorprozesses am Landgericht Oldenburg gewesen war, den Rechtsanwalt Tobias Kiwitt ebenfalls für die Klägerin anwaltlich vertrat. Der gerichtliche Sachverständige, den das Landgericht Oldenburg bestellte, stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass dem nachbehandelnden Krankenhaus ein Behandlungsfehlervorwurf zu machen sei und nicht dem dort in Anspruch genommenen Krankenhauses.

Denn da die Beschwerden sich auch nach der Operation nicht gebessert hatten, begab sich die Klägerin in die Behandlung eines anderen Krankenhauses, der hiesigen Beklagten. Der vom Landgericht Lüneburg bestellte gerichtliche Sachverständige wiederum widersprach den Ausführungen des Vorgutachters aus dem Vorprozess und stellte sich auf dem Standpunkt, dass die erste Operation sehr wohl fehlerhaft gewesen war. So hätte bei der Operation niemals eine über 15 cm große Lücke geschaffen werden dürfen. Die zweite Operation hätte vermieden werden können.

Die gleichzeitig von der Klägerin erhobene Aufklärungsrüge über die Tatsache, dass man ihr bei der zweiten Operation eine laparoskopische Operation versprochen hatte, sie jedoch nach der OP mit einer großen Narbe an der Schulter aufgewacht ist, wurde vom Landgericht Lüneburg in den Entscheidungsgründen nicht erinnert. Auch die Klage vor dem Landgericht Lüneburg wurde abgewiesen.

Dagegen ging die Klägerin in Berufung und erklärte dem Vorgutachter aus dem Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg wegen grob fahrlässiger Falschbegutachtung prozessual den Streit. Das Oberlandesgericht Celle stellte fest, dass die zweite Operation rechtswidrig gewesen war. Es fehlte an einer Aufklärung über eine offene Operation.

Welchem Krankenhaus darüberhinaus die zu große Gelenklücke vorzuwerfen ist, könne dahinstehen. Der aufgetretene Schaden sei jedenfalls der jetzigen Beklagten zuzurechnen. Denn die zweitoperierende Klinik hätte entweder bei einer bereits bestandenen zu großen Lücke auf keinen Fall eine zweite Operation vornehmen dürfen, oder aber sie hätte die Lücke nicht derart vergrößern dürfen.

Die Parteien einigten sich daraufhin auf eine Vergleichssumme von 40.000 Euro.

 

Anmerkungen von Rechtsanwalt Tobias Kiwitt:

Der Verlauf eines Arzthaftungsprozesses hängt auch entscheidend von der Meinung des gerichtlichen Sachverständigen haben. Deshalb ist es nicht selten im Arzthaftungsrecht wichtig, sich der Hilfe von Privatsachverständigen zu bedienen und notfalls dem Vorgutachter bei einer fehlerhaften Begutachtung den Streit zu verkünden, wie es vorliegend geschehen ist. Eine auf das Medizinrecht spezialisierte Kanzlei führt Sie sicher durch die prozessualen Hürden eines solchen mitunter vielschichtigen arzthaftungsrechtlichen Sachverhalts.

 

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Erstattungsanspruch von Heilbehandlungskosten gegen eine Krankenversicherung nach ärztlichem Behandlungsfehler

Landessozialgericht Schleswig, L 5 KR 41/13 – Vergleich über 1/3 der Klagesumme

Ein norddeutsches Krankenhaus begehrte Heilbehandlungskosten einer Patientin von einer von hier vertretenen Krankenversicherung. Dabei blieb jedoch streitig, welche Leistungen überhaupt erbracht worden sind. Andere Leistungen waren nach der Meinung des Gerichts zudem bereits verjährt.

Schlussendlich einigten sich die Parteien auf einen Vergleich, wonach die Krankenversicherung nur 1/3 der eingeklagten Summe  zu zahlen braucht.

 

Anmerkungen von Rechtsanwalt Tobias Kiwitt:

Stellt sich ein ärztlicher Behandlungsfehler heraus, haben auch Krankenkassen ein Interesse, von dem Ausgang des Arzthaftungsverfahrens zwischen Patient und Arzt zu erfahren. Denn auch die Krankenkasse prüft sodann Erstattungsansprüche gegen den Arzt. Deshalb ist jedem Geschädigten eines ärztlichen Behandlungsfehlers zu empfehlen, auch der eigenen Krankenversicherung den Schadensfall zu melden. Rechtsanwalt Tobias Kiwitt vertritt auch Krankenversicherung bei der Durchsetzung der Heilbehandlungsansprüche gegenüber dem Schadensverursacher.

 

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Rezidivierende Unterbauchschmerzen nach Darmoperation mit anschließender Nierenentfernung – Unterlassene Befunderhebung 

Landgericht Kiel, 8 O 77/14

Nach einer Darmoperation klagte die Klägerin über starke Unterbauchschmerzen, die immer weiter zunahmen. Es zeigten sich atypische Schmerzen, denen durch die Klinik jedoch nicht in der gebotenen Weise nachgegangen worden ist. So hätte nach den Ausführungen des gerichtlichen Sachverständigen eine Sonographie wiederholt werden müssen. Auch hätten die deutlich erhöhten Kreatininwerte früher festgestellt werden können.

Grob behandlungsfehlerhaft wurde auch nicht versucht, den Harnaufstau zu beseitigen, in dem eine Schienung vorgenommen worden wäre.

Dadurch wäre die Schädigung der Niere und eine spätere Nierenentfernung vermieden worden.

Der Klägerin wurden schlussendlich knapp 50.000 Euro als Gesamtabfindung nach geschlossenem Vergleich vor dem Landgericht Kiel gezahlt.

 

Anmerkungen von Rechtsanwalt Tobias Kiwitt:

Es gilt immer abzuwägen, inwieweit eine Gesamtabfindung oder aber die Feststellung von Zukunftsschäden in einem Feststellungsurteil zielführend sind. Im Zweifelsfall berät Sie dazu gerne die Kanzlei Medi:res – Kanzlei für Medizinrecht, Medienrecht und Mediation.

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Fehlerhafte Mikrodermabrasion

Landgericht Osnabrück, 3 O 1621/13, rechtskräftiger Vergleich

Vergleich:
Die Klägerin begab sich bei dem Beklagten, einem Hautarzt, in ärztliche Behandlung, um Milien unter den Augen in konventioneller Methode entfernen zu lassen. Bei diesem Anlass bot der Beklagte der Klägerin an, die noch verbliebenen Milien auf der Stirn durch Mikrodermabrasion zu entfernen. Das Hautbild werde dadurch noch schöner. Nachdem die Betäubung abgeklungen war, kam es zu unangenehmen brennenden Schmerzen auf der Stirn der Klägerin. Es verblieben dauerhafte dunkle Flecken. Ein dermatologisches Sachverständigengutachten ergab, dass die Mikrodermabrasion nicht ordnungsgemäß vorgenommen worden war. Das Landgericht schlug daraufhin einen Vergleich in Höhe von 1.800 Euro Schmerzensgeld vor. Diesen nahmen die Parteien an.

 

Kanzlei für Medizinrecht, Medienrecht und Mediation

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